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B-Plasmazellen produzieren Antikörper und geben sie ab

B-Lymphozyten oder kurz B-Zellen sind eine Unterklasse der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die wie alle Blutzellen ursprünglich aus dem Knochenmark stammen. Die einzige Aufgabe von B-Zellen besteht darin, zu B-Plasmazellen heranzureifen, die dann massenhaft Antikörper produzieren. Diese y-förmigen Eiweiße können chemische Strukturen regelrecht erkennen. Ihre Erkennungsstellen befinden sich am Ende der kurzen Y-Ärmchen. Letztlich müssen Antikörper in der Lage sein, möglichst jede körperfremde Struktur zu erkennen und sich an sie zu binden, um sie so zur Bekämpfung durch Fress- und andere Zellen freizugeben. Ein Antikörper erkennt jedoch immer nur eine einzige definierte Struktur, nämlich sein Antigen; das heißt, für einen optimalen Schutz müssen Millionen, wenn nicht Milliarden unterschiedlicher Antikörper hergestellt werden.

Antikörper sind Spezialisten
Tatsächlich kann unser Immunsystem genau das: Falls nötig produzieren B-Plasmazellen bis zu 100 Milliarden unterschiedlicher Antikörper. Wenn der Vorläufer der B-Plasmazelle, also die B-Zelle, neu entsteht, werden die etwa 300 Gene, in denen der Bauplan der Antikörper festgelegt ist, jeweils neu kombiniert. Wie bei einem Lottospiel, bei dem schon aus 49 Zahlen Millionen verschiedener Kombinationen gezogen werden können, können B-Zellen mit ihrem "Gen-Lotto" theoretisch bis zu 100 Milliarden unterschiedlicher Antikörper herstellen.

Die ersten Antikörper, die eine B-Zelle produziert, gibt sie nicht an ihre Umgebung ab, sondern verankert sie in ihrer Außenhaut, ihrer Plasmamembran. Die kurzen Y-Ärmchen ragen nach außen, die Y-Basis steckt in der Plasmamembran. Jede B-Zelle verfügt über etwa 10.000 solcher Antikörpermoleküle auf ihrer Membran. Wenn ein Infektionserreger im Körper auftaucht, heften sich an seine Außenhülle genau diejenigen B-Zellen, deren Antikörpermoleküle das zu ihnen passende Antigen erkennen.

Sobald das geschehen ist, bereiten diese passenden B-Zellen die Massenproduktion von Antikörpern vor. Nach der Bindung teilen sie sich vielfach und entwickeln sich weiter zu so genannten B-Plasmazellen, die in großen Mengen ihren spezifischen Antikörper produzieren und freisetzen: bis zu 2.000 Stück in der Sekunde. Diese Antikörpermassen docken dann an ihre Antigene auf der Hülle des Erregers an und markieren ihn damit eindeutig als zu zerstörende Struktur.

Die Umwandlung einer B-Zelle zu einer Antikörper- produzierenden B-Plasmazelle dauert etwa 7 bis 10 Tage, was nicht zufällig an die Dauer einer typischen Infektion erinnert. Auch ein Schnupfen kann erst dann abklingen, wenn genügend Antikörper gebildet worden sind, um den Erreger in den Griff zu bekommen.

 i  Entwicklungsstadien der B-Zellen

 

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